Afrikanische Gottesdienste in der Schweiz - Begeisterung für Gott am Sonntagnachmittag

Afrikanische Gottesdienste in der Schweiz

Begeisterung für Gott am Sonntagnachmittag

Während Herr und Frau Schweizer nach einem feinen Mittagessen am Sonntagnachmittag spazieren gehen und die Kinder zuhause bleiben um weiter zu gamen, geht es im Industriequartier wie am Werktag hoch zu und her.

Winning Faith Ministries, Winterthur
Die begeisterten Ausrufe gelten nicht der gelungenen Arbeit, sondern GOTT: „GOTT ist der Einzige. Ihm alleine gebührt Anbetung. Mein Lob ist ihm. Der Heilige Geist soll uns führen.“ Das sind Ausrufe und inniges Gebet, was immer wieder während drei Stunden Gottesdienst, sei es als vierstimmiges Lied mit der Lobpreisgruppe oder als Einlage während der Predigt, gehört wird. Die Technik funktioniert bestens, auch wenn nur wenige Besucher da sind – es macht den Eindruck, als genüge – auch bei der Kleidung – nur das Beste für den König der Könige.
Wir sind am Sonntagnachmittag auf Besuch bei Winning Faith Ministries einer afrikanisch geleiteten Kirchgemeinde, die vor 7 Jahren gegründet wurde. Hauptsitz ist in Buchs ZH. Nebst der Tochtergemeinde in Winterthur gibt es eine weitere in Luzern. Der afrikanische Hauptpastor hat von hier aus in seinem Herkunftsland Nigeria zwei Winning Faith-Gemeinden gestartet.

Lighthouse Chapel International, Winterthur
An der gleichen Strasse, nur 500 Meter entfernt, feiert am Sonntagmittag eine andere afrikanisch geleitete Gemeinde Gottesdienst: Die Lighthouse Chapel International (LCI). Sie haben mit Winning Faith die überwiegend afrikanische Herkunft der Besucher und Besucherinnen und die Sprache englisch gemeinsam. Es fällt auf, wie stark Dankbarkeit GOTT gegenüber beide Gottesdienste prägt. Diese wird bei LCI in der Anbetungszeit durch längere Lieder, aber auch in intensiven Gebetszeiten ausgedrückt. Umso komprimierter kommen die Mitteilungen rüber, nämlich in Form eines Videoclips.

Die Predigt ist lebendig und ausführlich – die Länge übersteigt Schweizer Gewohnheiten deutlich, dafür fehlt es an Geschichten und Illustrationen nicht. Der Pastor greift Erlebnisse aus dem afrikanischen Leben, der Migration nach Europa und dem Leben als Afrikaner in der Schweiz auf. Egal wie lange man schon in der Schweiz lebt, mit ein paar der humorvoll geschilderten Episoden kann sich jeder identifizieren.
Die Predigt endet dort, wo sie begann, in einem lautstarken Gebetsteil aller Anwesenden. Der Stil mag für Gäste ungewohnt sein, aber deutlich spürbar für alle ist die Erwartung, von Gott berührt zu werden.
LCI ist in 73 Ländern vertreten und hat aktuell 2000 Gemeinden (erwähnt vom Pastor in der Predigt). Die erste Gemeinde wurde 1988 Dag Heward-Mills in Accra, Ghana gegründet und legt eine enorme Dynamik an den Tag.

Beitrag zur Integration

LCI konnte Räume im Grüzeindustriequartier mieten. Winning Faith ist bei der Chile Grüze eingemietet.
Integration im Gastland ist unentbehrlich für ein gesundes, normales Leben in einer Gesellschaft. Gerade die religiöse und geistliche Heimat gibt Halt in einem fremden Land. Somit ist es ein Beitrag der Schweizer Kirchgemeinden, wenn sie ihr Haus öffnen und internationalen Gemeinden Raum zur Verfügung stellen oder vermieten. Manchmal ist eine solche Raumanfrage der Auslöser für eine wirklich multikulturelle Zusammenarbeit. Gemeinsame Anlässe werden angestrebt und ein regelmässiger Austausch zwischen den Kirchgemeindemitgliedern und der Gemeindeleitung findet statt. Beide Seiten nähern sich einander an; das ist „echte“ Integration. So wird es konkret: die internationale Gemeinden als Teil des Leibs Christi in der Schweiz.


Patricia Egli + Johannes Müller

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