- Faruq und Horiya Hassu: «Nie mehr weg von Jesus»

Faruq und Horiya Hassu: «Nie mehr weg von Jesus»

Taufsonntag der FEG Langenthal mit den kurdischen Asylbewerbern

Vor 250 Besuchern wurden Faruq und Horiya Hassu-Abdulkader am letzten Sonntag in der FEG Langenthal getauft. Mit einem eindrücklichen Taufbekenntnis legten sie Zeugnis ab von ihrem Glauben.


VON: ANDREA VONLANTHEN


Das sagten Faruq und Horiya Hassu in ihrem Taufbekenntnis: «Wir danken Gott für diesen grossen Tag! Schon während unserer Zeit in Syrien hatten wir Kontakt zu Christen. Wir wollten nie Muslime sein. Aber wenn man in einer muslimischen Familie geboren wird, fragt niemand, ob man Muslim sein will oder nicht. Man ist einfach Muslim. Mein Mann arbeitete schon mit fünfzehn Jahren im Libanon. Er besuchte dort Christen und die christliche Kirche. Aber niemand zu Hause in seiner Familie in Syrien wusste das. Denn das ist gefährlich. Faruq hatte einen Traum. Jesus ist ihm erschienen, und Jesus hat gesagt, dass er Faruq erlöst hat. Ich, Horiya, habe in Syrien die Bibel gelesen und viele christliche Bücher. Dann habe ich gewusst, ich will Christ sein, denn Jesus ist für mich am Kreuz gestorben. Er hat mich erlöst von allen meinen Sünden. Der Gott der Bibel ist Liebe. Wir hoffen nicht, dass die Schweiz uns zurück nach Syrien schickt. Dort heisst es, dass man Muslime, die Christen werden, nicht am Leben lassen darf. Christen können in Syrien leben. Aber nicht Muslime, die ihre Religion gewechselt haben. Wir konnten uns unmöglich in Syrien taufen lassen. Das geht nicht, wenn man Muslim gewesen war. Wir wollten das in der Schweiz machen. Aber ich war monatelang im Spital. Die Angst vor der Ausschaffung hat mich schwer krank gemacht. Mit der Taufe möchten wir bekennen, dass wir nie mehr von Christus und vom Christentum weg wollen. Wir danken Gott für diesen Tag, wir danken Jesus für die Erlösung, und wir danken hier der Gemeinde, dass wir das heute machen dürfen.»

Nach diesem Bekenntnis wurden Faruq und Horiya von Pastor Samuel Zaugg getauft. Beim Kirchenkaffee empfing das Paar anschliessend die vielen Glückwünsche der Gemeinde.


Noch kein Entscheid


Glücklich ist auch die Familie von Daniel Zingg in Bollodingen, bei der die kurdischen Asylbwerber ein Dach über den Kopf erhalten haben. «Wir hoffen», sagt Zingg, «dass die Zürcher Behörden den dem Ehepaar zustehenden N-Ausweis baldmöglichst ausstellen. Nur so wird es möglich sein, dass Faruq endlich arbeiten kann.» Da der Fall bei den Zürcher Behörden liegt, haben die Hassu's seit Montag in Maur eine Zürcher Wohnadresse. Sie werden aber weiterhin von der Familie Zingg umfassend betreut.


Quelle: Idea (aus Heft 2011-15)

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