AGiK-Forum zur interkulturellen Zusammenarbeit - Schon Jesus war Migrant

AGiK-Forum zur interkulturellen Zusammenarbeit

Schon Jesus war Migrant

Die Arbeitsgemeinschaft interkulturell (AGiK) der Schweizerischen Evangelischen Allianz (SEA) führte am 30. April in Hägendorf eine Tagung zur interkulturellen Zusammenarbeit durch.

Zürich, 2. Mai 2011 (df) – Verhalten ist immer kulturabhängig. Dieses Wissen hilft, interkulturelle Beziehungen zu gestalten. 180 Teilnehmer diskutierten am AGiK-Forum in Referaten und Workshops über die Zusammenarbeit von Menschen aus verschiedenen Kulturen. 

Wie Missverständnisse entstehen

Lothar Käser

Missverständnisse sind ein grosses Problem der interkulturellen Zusammenarbeit. Sie entstehen schnell und beeinträchtigen das Miteinander. Darüber sprach am AGiK-Forum der christliche Ethnologe Lothar Käser, Professor am Institut für Völkerkunde an der Universität Freiburg (D). Missdeutungen entstehen, wenn scheinbar logische, aus der eigenen Kultur bekannte Sinnzusammenhänge in das Verhalten des Gegenübers hineininterpretiert werden. Da Verhalten aber kulturabhängig ist, muss es kontextualisiert und im „Denkrahmen“ der jeweiligen Kultur gesehen werden, so Käser. Für den europäischen Denkrahmen beispielsweise sind Zeit und Regeln wichtige Werte. In manchen nicht-europäischen Kulturen stehen nicht Pünktlichkeit oder Regeln im Vordergrund, sondern Beziehungsaufbau.

Erst Christ und dann Schweizer

„Das Thema Migration gehört in die Sonntagspredigt“, sagt Matthias Wenk, Pastor der freikirchlichen Gemeinde „BewegungPlus“ Hindelbank. Er forderte christliche Gemeinden und Werke am AGiK-Forum auf, interkultureller Zusammenarbeit mehr Platz einzuräumen. „Ich begegne allen Fremden primär als Christ und nicht als Schweizer“, so Wenk. Er sieht es darum als wichtige Aufgabe, Beziehung zu Migranten zu pflegen und ihnen ein Stück Heimat zu bieten. Übrigens sei Migration auch ein Hauptthema der Bibel und ziehe sich durch das ganze Alte und Neue Testament bis hin zu Jesus Christus, dessen Eltern nach seiner Geburt als „Migranten“ in Ägypten Zuflucht suchten.

Kein Patentrezept

Für das gegenseitige Verständnis und Vertrauen im Miteinander verschiedener Kulturen gibt es kein Patentrezept. Eines wurde am AGiK-Forum aber deutlich: für gelingende Zusammenarbeit braucht es den Willen, seinen Denkrahmen zu erweitern, viel Beziehungsarbeit – und vor allem Zeit.

AGiK

Die Arbeitsgemeinschaft interkulturell (AGiK) ist eine Fachgruppe der Schweizerischen Evangelischen Allianz, die 2004 gegründet wurde. Sie besteht aus Werken und Fachleuten, die im Bereich der Ausländerarbeit und Migration wirken. www.agik.ch

 

 

Für weitere Informationen stehen Ihnen gerne zur Verfügung:

Johannes Müller, Programmdirektor AGiK-Forum, 076 307 17 09

Martin Sägesser, Koordinator AGiK-Forum, 077 427 77 39

 

Die Schweizerische Evangelische Allianz (SEA) ist eine Bewegung von Christinnen und Christen aus reformierten Landeskirchen, Freikirchen und christlichen Organisationen. In der Romandie tritt der französischsprachige Teil der Evangelischen Allianz als „Réseau évangélique suisse“ auf. Die SEA besteht gesamtschweizerisch zurzeit aus 81 Sektionen mit rund 590 Gemeinden und über 170 christlichen Werken. Die Basis der SEA wird auf 250‘000 Personen geschätzt. Die SEA ist eine von weltweit 128 Evangelischen Allianzen mit schätzungsweise 600 Millionen Gleichgesinnten.

 

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Co-Präsident: Dr. Wilf Gasser, Bern, 079 645 29 44, wi.gasser@bluewin.ch

Co-Präsident (Romandie): Norbert Valley, Delley, 079 250 24 79, norbert.valley@bluewin.ch

Nationalsekretär: Hansjörg Leutwyler, Zürich, 043 344 72 00/ 079 671 07 06, hleutwyler@each.ch

Sekretär Romandie: Christian Kuhn, Bellevue, 079 343 59 86, chrikuhn@gmail.ch

Kommunikation: Thomas Hanimann, Zürich, 043 366 60 82, thanimann@each.ch

 

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