- Mit dem Literaturbus unterwegs

Mit dem Literaturbus unterwegs

Büchertisch in einem Einkaufscenter, nicht davor. Das ist für uns eine angenehme
Erst-Erfahrung, alles unter Dach. Da es draußen schon empfindlich kalt geworden ist,
freuen wir uns über das wohltemperierte Gebäude. Es ist noch früh, als wir unseren
Marktschirm, den Tisch und die Literatur dort drinnen aufbauen. So nach und nach
kommen auch die verschiedenen Geschäftsinhaber, schließen ihre Läden auf und
bereiten die Auslagen vor. Da wir natürlich "neu" hier sind, kommt der eine oder
andere von ihnen an unseren Infotisch und erhält auch etwas in seiner Sprache. Nur
wenige Passanten sind schon unterwegs und beäugen uns. Einige sind bereit, sich
einen schönen Kalender für´s nächste Jahr schenken (ungläubiges Gesicht inklusive)
zu lassen.

So langsam wird es hier lebendiger. Die einen holen nur schnell was für die Mittagspause, die anderen bummeln von Laden zu Laden und lassen sich inspirieren. Hier in der Gegend hat´s recht viele Ausländer, die sich natürlich auch hier aufhalten. Wie zum Beispiel der etwas ältere Herr mit dem kleinen runden Käppi auf dem Kopf. Suchend geht er um das Kalender-Display herum, findet aber anscheinend nicht die gesuchte Sprache. Kann er leider auch nicht, da der Leben-Kalender (noch?) nicht in Urdu, der Sprache Pakistans, erscheint. So nimmt er sich einen arabischen und einen deutschen Kalender. Aber da er Zeit hat, lässt er sich noch auf ein Gespräch ein. Er entpuppt sich als ein überzeugter Muslim, dem sehr daran gelegen ist, das sein Gegenüber (also ich) Muslim wird. Da sein Redefluss kaum zu stoppen ist, gelingt es mir nur manchmal, einige nachdenkenswerte Gedanken weiterzugeben. Nach einiger Zeit schickt er sich an zu gehen. Er fragt nach unserer Adresse und schreibt uns seinen Namen (Amin) mit Telefonnummer auf. Was bleibt uns anders, als ihn in die segnenden Hände unseres himmlischen Vaters zu legen.

Der Tag neigt sich dem Ende zu. Nicht mehr viele Passanten sind im Einkaufscenter unterwegs. Da kommt eine Frau zielstrebig auf unseren Stand zu. Sie erzählt uns, dass eine Bekannte gesagt hätte, dass es hier Kalender in Ukrainisch geben soll. Erwartungsvoll schaut sie uns an. Wie gut, dass wir sie nicht enttäuschen brauchen. Sie bekommt "ihren" ukrainischen und dazu noch einen deutschen Kalender. Glücklich zieht sie ihres Weges.


Es ist Zeit, den Stand wieder einzupacken. Wie gut, dass wir den Literatur-Bus
direkt vor dem Eingang parken dürfen. Jetzt heißt es, die 100 Meter vom Tisch zum
Bus unter die Füße zu nehmen. Jedes mal, wenn ich wieder Sachen in den Bus räume, fällt mir ein junger Mann auf, der in der Nähe des Parkplatzes steht und eineZigarettenpause einlegt. Dann fasst er sich ein Herz und spricht mich an. Den
Kalender hat er sich schon heute morgen bei uns geholt. Er ist aus Pakistan, also
Muslim. Aber er betet zu Jesus! Er erzählt, dass er von seinen Eltern auf ein
christliche Schule geschickt worden war, wegen der besseren Erziehung und so - und
deshalb einiges vom Christentum kennt. Ich frage ihn, ob er denn eine Bibel hätte.
Er verneint. Ich schaue in einer Kiste mit verschiedensprachigen Bibeln nach Urdu.
Wunderbar, eine ist noch da! Ich greife sie heraus und zeige sie dem jungen Mann.
Seine Augen fangen an zu strahlen. Als er registriert, dass die Bibel für ihn
kostenlos ist, sagt er: "Sie haben mir eben das schönste Geschenk gemacht, was ich
je bekommen habe. Ich werden Ihnen das nie vergessen."

 

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Christus - die beste Nachricht aller Zeiten !


MSOE
Martin Lux
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