- Keine Dispens mehr: Alle Basler Schüler sollen schwimmen lernen

Keine Dispens mehr: Alle Basler Schüler sollen schwimmen lernen

Hans Georg Signer, Leiter des Ressorts Schulen beim Erziehungsdepartement, sagte gegenüber der «Basler Zeitung», dass es nun strikte Regeln gebe. In der Umsetzung sei man aber sehr tolerant. «Kinder können zum Beispiel nicht mehr aus religiösen Gründen vom Klassenlager dispensiert werden», erläuterte Signer, «im Lager selbst muss die Schule jedoch auf religiös begründete Speisevorschriften Rücksicht nehmen.»

Weihnachtsfeiern „im Einklang mit der Neutralitätspflicht des Staates“


Der 22-seitige Leitfaden versucht verschiedenen Sensibilitäten gerecht zu werden: „Feiern mit christlichem Hintergrund (z.B. Weihnachtsfeiern) sind erlaubt. Sie müssen den Bildungszielen der Schule dienen, im Einklang mit der Neutralitätspflicht des Staates sein und dürfen religiöse Gefühle von Kindern und Jugendlichen, welche keiner christlichen Religion angehören, nicht verletzen. Ausserdem sollen auch andere Religionen und die religiösen Feste anderer Religionen, denen Kinder in einer Klasse angehören, in positiver Art und Weise thematisiert werden.“

Keine Bekleidungsvorschriften


Und wie steht es mit dem Tragen von religiösen Symbolen? Das ist an Schweizer Schulen erlaubt, heisst es im Leitfaden. Die Schulen des Kantons Basel-Stadt würden keine Vorschriften zur Bekleidung der Schülerinnen und Schüler kennen. Dennoch gelte, dass die Bekleidung sachdienlich und dem schulischen Umfeld angemessen sein soll. Sie dürfe weder die Kommunikation noch die Arbeitsformen behindern, noch eine Gefahrenquelle darstellen.

Hans Georg Signer ist überzeugt, dass der neue Leitfaden Kritik auslösen wird. «Es gibt kaum etwas Persönlicheres als Religion», sagte er gegenüber der BaZ. «Wenn man ein Papier dazu erarbeitet, steckt man immer Kritik ein, Kritik von verschiedenen Seiten.»

Diverse Religionen – und viele Religionslose


Die religiöse Prägung der Schulkinder in Basel ist sehr unterschiedlich: 18,2 Prozent sind römisch-katholisch, 22,5 Prozent evangelisch-reformiert. Islamisch sind 18,5 Prozent, jüdisch 0,6 Prozent, christkatholisch 0,3 Prozent. 3,3 Prozent gehören anderen Religionen an und 32,7 Prozent machten keine Angaben oder gehören gar keiner Religion an.

Quelle: Kath.ch / Livenet

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