Deutsch-Projekt in Bern - «Ist bei euch Erweckung ausgebrochen?»

Deutsch-Projekt in Bern

«Ist bei euch Erweckung ausgebrochen?»

Eine gewaltige Möglichkeit – grosse Nachfrage
Seit vier Jahren kommt wöchentlich eine grosse Schar von Ausländern in die Räume der GfC Bern, nur wenige Gehminuten vom Hauptbahnhof Bern, zu zwei Deutschlektionen zusammen. Zwischen den Unterrichtsstunden gibt es einen Kaffee und Gebäck bei interessanten Gesprächen. Die Schüler, meist Asylsuchende, kommen aus Afghanistan, Somalia, Eritrea, Syrien, dem Tibet, Nepal, dem Iran, Südamerika, Zentralasien und aus dem Irak. Es hat auch Migranten unter ihnen, die schon länger in der Schweiz ansässig sind, aber nur wenig Deutsch sprechen. Aus einem bescheidenen Anfang mit weniger als 30 Schülern, ist die Arbeit angewachsen, so dass wir an unsere Kapazitätsgrenzen stossen. Die beste Werbung machen die Schüler selbst.

Menschen in Not ganzheitlich dienen
Es ist eine einzigartige Gelegenheit, diesen Menschen, die oft in einer Krise sind, in einer ganzheitlichen Art zu dienen. Durch diese regelmässigen Kontakte wird Vertrauen aufgebaut und Freundschaften entstehen. Während des Unterrichts, in den Pausen und bei speziellen Inputs am Ende des Quartals können wir das Evangelium weitergeben. Gerade vor den Sommerferien konnte ich eine Botschaft über das Gleichnis des barmherzigen Samariters weitergeben.

Die Studenten lassen sich auch gerne zu anderen Treffen einladen, die zum Teil in Arabisch, Persisch, Kurdisch und Tigrinisch stattfinden.

Ungezwungene Glaubensgespräche während des Unterrichts
Für Muslime zum Beispiel ist es absolut normal, über den Glauben zu reden. Ich kann den Schülern auch im Unterricht zum Beispiel erklären, was die Bedeutung der christlichen Feiertage ist. Ein Eritreer, der Christ ist, liest im Unterricht aus der deutschen Bibel vor. Ich kann den Vers in einfachem Deutsch erklären. Es ist immer gut, wenn die Initiative über Jesus zu reden, nicht nur von uns kommt, sondern auch von gläubigen Schülern.

Interessante Schüler und Begebenheiten
Ein älterer Mann aus Nepal ist ein brennender Christ und gibt seinen Glauben weiter. Der stämmige Kirgise Max war früher Matrose. Dank dem Sprachkurs möchte er sich im Binnenland Schweiz eine neue Existenz aufbauen. Während des Unterrichts erhielt zum Beispiel ein Somalier einen Anruf. Ein Verwandter in Mogadischu ist bei einem Terroranschlag getötet worden. Ich frage, ob ich für ihn beten dürfe. Er nimmt das Angebot dankend an. Für keinen im Raum war es peinlich oder komisch, dass ich während des Unterrichts betete. In der Pause und nach dem Unterricht kommen Viele mit persönlichen Anliegen und Fragen zu uns. Dies gibt uns die Möglichkeit, die Liebe Jesu praktisch zu bezeugen. Wir hören immer wieder von Schülern, die auch andere staatlich organisierte Kurse besuchen: «Bei euch spüren wir, dass ihr uns lieb habt und dass wir willkommen sind.» Jeder von uns sieht diese Arbeit nicht als einen Job, sondern als eine Berufung.

Frucht unserer Arbeit
Ein kurdischer Iraker, der im Kurs mit Jesus konfrontiert wurde, hat D., unser MEOS-Missionar unter Kurden, betreut. Er hat Jesus als seinen Erlöser gefunden. Einer Chinesin konnte eine ehemalige ÜMG-Missionarin das Evangelium erklären. Sie hat sich bekehrt und liess sich taufen. Oft können wir den Schülern auch in praktischen Angelegenheiten helfen: einen deutschen Brief schreiben oder erklären oder mit ihnen auf ein Amt gehen.

Ein Team sorgt für den reibungslosen Betrieb
Sechs Lehrer/-innen unterrichten in fünf Klassen auf unterschiedlichen Stufen. An den Sprachkursen wirken ca. 20 Christen aus verschiedenen Gemeinden mit. Wir arbeiten, unter der Leitung von Bernhard Luginbühl (einem pensionierten Gewerbeschullehrer) sehr gut zusammen. Es gibt neben dem Unterrichten viele verschiedene Aufgaben, wie Kinder hüten, Znüni bereitstellen, begrüssen, aufräumen und putzen.

Unsere Anliegen
Wir wünschen uns, dass die Schüler verbindlicher und regelmässiger in den Kurs kommen. Oft ist es nicht ihr Fehler, weil sie von den politischen Gemeinden unerwartet in ein Arbeitsprogramm gerufen werden oder einen staatlichen Kurs am gleichen Tag besuchen müssen. Einige kamen dann sogar nach dem Kurs noch, um mit uns Gemeinschaft zu haben. Der Deutschkurs ist für mich oft der Höhepunkt der Woche. Sind Sie an der Durchführung eines Deutschkurses interessiert? Gerne bin ich bereit, mit Rat und Tat beizustehen, dass noch mehr solche Deutschkurse von christlichen Gemeinden durchgeführt werden können.

Author: Markus Frauchiger
Quelle: MEOS-Zeitung: Mein Nächster

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