- Ein Fest der Kulturen für einen gemeinsamen Gott

Ein Fest der Kulturen für einen gemeinsamen Gott

«Colors of Worship» – «Farben der Anbetung» hiess das Motto, zu dem sich am Samstag etwa 350 Migranten und Schweizer Christen zu einem farbenfrohen Fest in Zürich versammelten.

«Obwohl wir aus so vielen verschiedenen Nationen kommen, haben wir eines gemeinsam, und das ist unser Gott!» Besser hätte die Sängerin der Latino-Lobpreisgruppe das Motiv des Treffens nicht auf den Punkt bringen können. Die AGiK-Celebration will vor allem eines: Erlebbar machen wie es ist, wenn Christen aus allen Teilen der Welt, mit ganz unterschiedlichen Prägungen und Färbungen, ihren Glauben gemeinsam feiern. Oder um es mit den Worten von AGiK-Co-Leiter Carl Hardmeier zu sagen: «Die Celebration – das ist Singen, Tanzen, Gott loben und Gemeinschaft.»

Zentrum für Migrationskirchen

Ein Anliegen, für das man natürlich auch eine passende Räumlichkeit braucht, und die hatte man gefunden: den grossen Saal des reformierten Kirchgemeindehauses Wipkingen mit seinen vielen bunten Fenstern. Das riesige Gebäude war in den Dreissigerjahren als «Haus fürs Volk» von der Kirche konzipiert worden und beherbergt nun seit etwa sieben Jahren das sogenannte «Zentrum für Migrationskirchen». Die Reformierten bieten hier acht von über 30 Migrations-Gemeinden in Zürich eine feste Bleibe. Esther Imhof, Leiterin des Zentrums, begrüsste die Besucher am Samstag: «Die Bibel sagt: 'Du sollst dir kein Bild machen.' Wenn wir zusammen feiern, dann brechen die Bilder auf, die wir uns voneinander und auch von Gott gemacht haben.»

Unterschiede und Einheit

Ein Blick in die Reihen genügte, um festzustellen, dass der Einladung der AGiK tatsächlich Migranten aus fast allen Erdteilen gefolgt waren. Der erste Beitrag hätte dennoch kaum schweizerischer ausfallen können: Drei Alphornbläser betraten die Bühne und erfüllten den Saal mit ihren Klängen aus dem Alpen-Kulturraum. Es folgte bis zum späten Nachmittag eine bunte Mischung aus Anbetung, Zeugnissen und multikulturellen Beiträgen. Für die musikalische Abwechslung etwa sorgten eine südamerikanische, eine tamilische und eine afrikanische Lobpreisgruppe sowie ein koreanischer Kirchenchor. Die fröhliche Versammlung rief eindrücklich in Erinnerung, wie vielfältig, aber auch wie kulturell verschieden der Glaube überall auf der Welt gelebt und verstanden wird. Dabei waren es gerade die ausgedehnten Zeiten der gemeinsamen Fürbitte und des Gebets, die zeigten, dass bei aller Unterschiedlichkeit die Einheit im Glauben an Jesus Christus besteht. Oder, um es mit den Worten von Carl Hardmeier, selbst schweizerisch-peruanischer Doppelbürger, zu sagen: «Wir machen das, damit die Leute wissen, dass das Evangelium keine Grenzen hat - weder wegen der Hautfarbe, noch wegen der Nationalität.»

Author: Christof Bauernfeind
Quelle: IDEA

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