- Internationaler Kochkurs!?

Internationaler Kochkurs!?

- Afghanischer Reis mit Weinbeeren
- Kebab
- Syrisches Geburtstagsessen
- Türkisches Gebäck
- Scharfe Brötchen
- Chai
- Bajram-Essen
- Eritreisches Brot
- Frittierte Honigkringel... und vieles mehr!

Nein, ich will nicht für einen Kochkurs werben, sondern für internationale Gastfreundschaft und für Begegnungen mit Menschen aus den verschiedensten Ländern und Kulturen.
Die Kalenderaktion der IKW-Gruppe der FEG und die Orangenaktion der CM-Gruppe der Evangelischen Allianz Winterthur waren (nicht nur) für mich wertvolle Erlebnisse, und dabei wurden alle die erwähnten Gerichte angeboten. (Übrigens steht IKW für InterKulturelles Winterthur und CM für Christen begegnen Muslimen.)

Orangen

Zu sechst waren wir am 10. Dezember im Zentrum für Asylbewerber unterwegs, verteilten Orangen und machten auf die Liebe Gottes aufmerksam. An vielen Türen freuten sich die Menschen echt über den Besuch - ein wenig Zeit schenken ist sehr viel wert. Die Bewohner leben zum Teil sehr eng, und dies schon seit Jahren. Gekocht wird in Gemeinschaftsküchen. WC und Duschen sind ebenfalls gemeinschaftlich. Der Umgang mit Gemeinschaftlichem ist nach Kultur sehr unterschiedlich! Ein älteres afghanisches Ehepaar erklärte uns, wie schwierig es sei mit der eritreischen Familie mit sechs Kindern, die auf demselben Stock wohnt. Tatsächlich wären wir im Gang beinahe von zwei fröhlichen, afrikanischen Kindern auf Trottinetts gerammt worden! Der afghanische Mann ist kränklich und ruhebedürftig. Wir wurden zum Essen eingeladen: ein feines Reisgericht mit Rüebli, Fleisch und Weinbeeren.
Danach konnten wir mit diesem moslemischen Ehepaar beten, worüber sie sich sehr freuten. Bei einer anderen Tür platzten wir mitten in die Geburtstagsfeier für das einjährige Töchterchen. Es war, als hätten sie auf Gäste gewartet. Mit viel Freude teilte diese syrische Familie (Chaldäer, also orthodoxe Christen) den reich gedeckten Tisch mit uns und erzählte dabei ihre Geschichte. Es ergaben sich noch verschiedene Gespräche mit Eritreern, Kongolesen, Kirgisen...

Kalender

Mit einer Christin, die türkisch spricht, verteilte ich an vier Abenden türkische Abreisskalender in einem Quartier der Stadt. Je älter und baufälliger der Block, desto offener waren die Herzen, und es gab manche Diskussion. In einigen Wohnungen erschienen die Leute in Daunenjacken an der Tür. Ob die Wohnungen nicht richtig geheizt sind?
[bild806:r] Ein Türke ermutigte uns sehr: Er fände es so wichtig, was wir täten, weil die Leute keinen Glauben mehr hätten. Längere Zeit diskutierten wir mit ihm in der Tür. Er entschuldigte sich, seine Frau sei nicht zu Hause und darum könne er uns nicht herein nehmen. Er war offen an einem türkischen Gesprächskreis teilzunehmen, aber er wolle zuerst noch seine Frau fragen.
Bei einer Familie hätten wir zum Abendessen bleiben können. Es war eine Familie mit 4 Kindern (in einer 4-Zimmerwohnung!) Der Vater ist seit 8 Jahren arbeitslos und depressiv, der 15-jährige Sohn sucht verzweifelt eine Lehrstelle. Die Mutter beklagte sich, dass er schon wegen seinem Namen keine Chance hätte. An der Wand hing ein Abreisskalender 2008, der das richtige Datum anzeigte. Sie lese jeden Tag die Verse, meinte die Frau. Sie freute sich sehr über den neuen Kalender. Wir konnten ihr einen Jesus-Film schenken. Als ich sie einige Tage später traf, sagte sie mir, dass es ihr im Herz so wehgetan habe, als Jesus gekreuzigt wurde.

Wie können wir in solchen Situationen Hoffnung und Frieden bringen und unseren fremden Mitmenschen zu Brüdern und Schwestern werden? Manchmal braucht es etwas Mut, auf alle Fälle aber viel Gebet.

Barbara Müller

 

Sprachen