- Neue Migrationskirchen als Chance

Neue Migrationskirchen als Chance

Für die Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn sind die Neuen Migrationskirchen neue ökumenische Partner. Und zwar solche der besonderen Art - oft überkonfessionell, in Bewegung und theologisch eher konservativ. Die Beziehung zu ihnen ist - wie andere ökumenische Beziehungen auch - nach den drei Leitprinzipien Achtung, Partizipation und Unterstützung zu gestalten, heisst es in einer Medienmitteilung. Dies sei Herausforderung und Chance zugleich. Die ökumenische Aufgabe «zusammen Kirche zu sein» könne gelingen, wie die Zusammenarbeit der Kirchgemeinde Spiegel mit der äthiopisch-eritreischen Migrationskirche Berean Evangelical Church zeige.

Teil der Kirchenfamilie

«Als Fremde und Flüchtlinge angenommen zu werden, ist lebenswichtig», erklärt deren Pfarrer Berhanu Chernet. Angenommen fühlt sich seine Gemeinde in der Kirchgemeinde Spiegel, die ihr seit sechs Jahren Gastrecht gewährt. «Dort sind wir nicht einfach Fremde», betont Chernet, «wir fühlen uns als Teil der Kirchenfamilie im Spiegel.»

Umgekehrt profitiert auch Spiegel von der Begegnung mit der Neuen Migrationskirche; Pfarrer David Schneeberger empfindet die «Südsicht» auf die Bibel und auf den schweizerischen Alltag als grosse Bereicherung.

Beitrag zur Integration

Integrationsfragen sind hochaktuell und polarisieren. Das Integrationspotenzial der Neuen Migrationskirchen wurde bisher kaum erkannt und erforscht. Die Broschüre der Fachstelle Migration zeigt auf, dass Religion und religiöse Zugehörigkeit sehr wohl einen Beitrag zur Integration leisten können. Zudem wird deutlich, dass die Neuen Migrationskirchen praktische Integrationsarbeit leisten - freiwillig und unentgeltlich. Sie ersparen Behörden, Kirchen und der gesamten Gesellschaft dadurch Arbeit und finanziellen Aufwand. Diese Integrationsleistungen wurden bisher kaum gewürdigt oder anerkannt.


Quelle: RNA

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